Rückblick Hockenheim Classics 2013

Zum zweiten Mal diese Saison machte sich der Kampf der Zwerge auf zum Hockenheimring. Dieses Mal wurde die kleinere Variante des Hockenheimrings gefahren und bot so etwas Abwechslung für die BCT und den Kampf der Zwerge. Die BCT war mit 19 tatsächlich fahrenden Fahrzeugen wieder stärkste Gruppe im Kampf der Zwerge. Nicht überraschend, denn in 2013 konnte die BCT bisher bei jedem Lauf das größte Feld stellen und nach den Vorankündigen wird das zum Saisonfinale am Nürburgring auch wieder der Fall sein.

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In der Gruppe I standen auf der Nennungsliste 5 Fahrzeuge, wovon leider nur 4 an den Start rollen konnten. Aus gesundheitlichen Gründen musste Katja Schygulla ihre Teilnahme leider absagen. Die Gruppe I war aber erstarkt mit André Weßling, der zum ersten Mal einen Lauf der BCT bestritt und Jens Hornberger, der immerhin schon einmal ein Training am Nürburgring der BCT mit gefahren ist. Ergänzt wurde die Gruppe I von dem „Platz 1 Garanten“ Jürgen Kohlhaas und Sven Homann, der erst Anfang 2013 die Gruppe I ergänzt hat.

 

In der 14 Tagesvorschau sah das Wetter noch sehr gut aus. Desto näher aber das Wochenende rückte desto trüber waren die Prognosen und so bezogen wir Donnerstagabend bei Regen das Fahrerlager. Freitagmorgens stand dann schon das erste freie Training auf dem Plan. Vorher mussten alle noch zur technischen Abnahme. Diesmal war die Waage vor der technischen Abnahme an und jeder konnte sich über sein Gewicht informieren. Schon interessant die Gewichte zu vergleichen und einige Überraschungen waren auch dabei. Sowohl bei den Fahrzeugen als auch bei den Fahrern 🙂

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Bei trockenen Verhältnissen ging es dann im freien Training auf die “kurze” Strecke. Die neue Kurve und der verändere Asphalt zur Einfahrt der Sachskurve brauchten doch ein paar Runden Eingewöhnungszeit bevor die Rundenzeiten purzelten. Gerald Dale hatte dann im freien Training mehr als Pech, als er aus der Mercedes Kurve herausfuhr brach seine Lenkung und der schwarze Renner bog nach rechts ab und macht leider nicht vor der Wand halt. Die Flipfront bot kaum Knautschzone wodurch der Rahmen die Kraft aufnehmen musste und deutlich versetzt in der Karosse steht – sehr schade so war für Gerald Dale das Wochenende sehr vorzeitig zu Ende. Andre Weßling fiel dann auch früh aus – ein durchgemodertes Kabel sorgte dafür, dass er seinen Wagen stehen lassen musste. Das Kabel wurde aber dank aktiver Hilfe der anderen Gruppe I Fahrer zügig repariert denn André hatte einen straffen Zeitplan: Freitag morgens Hockenheimring – Training; nachmittags – Mainz Veranstaltung dann Hotel;  Samstag Wertungslauf; Sonntag Wertungslauf und das alles auf eigener Achse.

Im Zeittraining gegen Abend ging es dann wieder mit Slicks auf die Strecke und die schnellsten des freien Trainings konnten nur zusehen wie die Rundenzeiten der anderen besser wurden. So gab es einige Überraschungen. Thomas Klingelhöfer fuhr gekonnt und deutlich die Pole heraus. Aber dann stand überraschend in der ersten Startreihe Cüneyt Cuhalar. Beide mit gutem Abstand zur 2. Startreihe. Cüneyt Cuhalar war selbst überrascht von der guten Position. Musste er doch während des Laufes immer wieder den zweiten Gang überzeugen bei Lastwechsel nicht raus zu springen zu wollen.

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Der Lauf am Samstag fand dann am späten Nachmittag statt. Alle Fahrzeuge waren wieder vorbereitet und auch André Weßling ist aus Mainz zum Hockenheimring zurückgekommen. Das Wetter versprach nichts Gutes. So war es am Freitag noch weitestgehend trocken und sicheres Slick Wetter so standen Samstag alle mit gebannten Blick auf den Himmel vor der Entscheidung Slick oder Regenreifen. Es hörte nämlich gerade auf zu regnen und das Regenradar versprach: „Kein Regen für die nächsten 60 Minuten“. Aber wird die Strecke abtrocknen? Wenn Ja dann sind die Regenreifen schneller verschlissen als man glaubt. Wenn nein wird es mit Slicks zur Schlitterpartie. Und so zogen dann die ersten Fahrzeuge in den Vorstart. In den ersten Reihen wurde gepokert und fast überall auf Slicks gesetzt. Nur einige wenige hatten sich doch für Regenreifen entschieden. Der Lauf wurde freigegeben und nach den ersten paar Runden war klar –Regenreifen wäre die richtige Entscheidung gewesen. Die Strecke trocknete einfach nicht ab und mit den Slicks war es eine Rutschpartie. So haben die das Pokern gewonnen, die mit Regenreifen raus gefahren sind. Allen voran Stephan Keiselt, der weit an der Spitze einsam seine Runden zog fern ab von jeder Konkurrenz. Da kann man nur sagen: Gut gepokert und gewonnen! Die die verloren hatten mussten sich gerade in den ersten Runden abmühen die Strecke bei Regen mit Slicks kennenzulernen und der ein oder andere Ausrutscher war dabei. Weitestgehend glimpflich aber leider doch mit einigen Blech Blessuren bei Sebastian Wallner. Das 24Stunden Auto der Schweizer war im Endeffekt das schnellste Fahrzeug mit Slicks. Hatten Sie doch super softe Slicks auf 13“ aufgezogen und konnten somit deutlich mehr Reifentemperatur aufbauen als die deutlich härteren 10“ Slicks. Jürgen Kohlhaas probierte es mit Nagel neuen Yokohama A539 Reifen im Regen. Bei Yokohama hat man sich wohl ein Beispiel an denen genommen, die Bremsscheiben ölen um sie vor Rost zu schützen denn Jürgen konnte die erste Runde kaum geradeausfahren und drehte sich schon bei Schrittgeschwindigkeit bei der Ausfahrt der Boxengasse. Dies kostete ihn die Startposition und er schaffte es dann nicht mehr im Lauf seine Position wieder zu erlangen.

Der Abend und damit die Dunkelheit waren schnell gekommen. Der Regen aber leider auch. So wurden die Blessuren des ersten Laufes kaschiert und mit Blick auf den Wetterbericht die Regenreifen schon mal aufgezogen, bei denen die vorher noch so gepokert haben. Der Grill und die Zapfanlage waren wieder gut im Einsatz. Die neuen Bierzeltgarnituren haben wieder mal gezeigt – Qualität hat Ihren Preis und so wurden sie kurzerhand nach England verkauft. Wie am Freitagabend haben die letzten das Licht nicht ausgemacht weil sie gegangen sind, sondern weil es fast schon wieder hell wurde. Für die Fahrer hieß es aber früherer ins Bett gehen, denn der zweite Lauf stand früh auf dem Programm.

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Sonntagmorgens  waren dann alle mit Regenreifen bewaffnet an den Vorstart gerollt. Man brauchte gar nicht darüber nachdenken zu pokern, denn es regnete. Die Formation donnerte also im Regen los und fuhr wieder sehr diszipliniert durch die erste Kurve. Ab da war der Lauf richtig begonnen. Stephan Keiselt rutschte dann in der Sachskurve in den Kies und sorgte für rundenlange doppelt geschwenkte gelbe Flaggen, weil der Traktor auf der falschen Seite der Strecke stand kam er auch nicht wieder heraus. Seinen Ärger darüber, dass er deswegen nicht wieder auf die Strecke kam konnte man noch bis weit auf die Tribüne sehen. Nachdem die Streckenposten das Auto dann mit Sandsäcken geschützt hatten wurde nur noch einfach gelb geschwenkt. Früher im Lauf zeigte sich aber, dass Regenreifen auch an ihre Haftgrenze kommen. So brach ein NSU TT in der rechts zur Sachskurve auf Öl aus und die nachfolgenden Fahrzeuge versuchten nach besten Möglichkeiten auszuweichen. Phil Dale war leider zu nah dran und rutschte dann ebenfalls auf dem Öl seitlich in den NSU TT. Beide konnten den Lauf zwar zu Ende fahren aber Phils Fahrzeug war deutlich beschädigt. So hat nicht nur Leigh Dale einiges an dem schwarzen Mini den sein Vater Gerald Dale fährt zu schrauben sondern auch sein Bruder Phil Dale hat Blecharbeiten zu erledigen. Die doppelt und einfach geschwenkten gelben Flaggen in der Sachskurve hielten einige aber nicht davon dennoch zu überholen. Dies gab Anlass hinterher deutliche Worte mit den Fahrern zu sprechen. Denn Sicherheit geht vor!! Thomas Klingelhöfer dominierte den zweiten Lauf dann deutlich in der Gruppe II. Sven Hohmann nutzte die Überrundungen um sich an Jürgen Kohlhaas vorbeizuschieben und so stellte sich das Regenbild in der Gruppe I wieder ein. Sven Homann vor Jürgen Kohlhaas gefolgt von Jens Hornberger und Andre Weßling. Auch Jens Hornberger zeigte sein Potential im Regen und zeigte die schnellste Runde im 2. Wertungslauf für die Gruppe I. Im ersten Lauf konnte Jürgen diese noch für sich verbuchen. Wir können also gespannt sein was da noch kommen mag in der Gruppe I denn Jürgen konnte seinen „Garanten Status“ nicht verteidigen.

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Das verregnete Wochenende ging dann zu Ende und nach dem Lauf ist vor dem Lauf so gingen die Überlegungen für den Nürburgring schon los. Dale´s haben einiges an Arbeit mit nach Hause genommen. Stephan Keiselt muss nur etwas Kies aus dem Auto putzen. Sebastian Wallner muss den Blechschaden des ersten Laufes richten und Patrick Kühnel das Ölleck an seinem Motor identifizieren. Auch am gelben Renner aus der 1. Stratreihe von Cüneyt Cuhalar muss was am Getriebe gemacht werden denn er konnte den zweiten Lauf nicht beenden. Aber so alle konzentrieren sich auf den Saisonabschluss am Nürburgring vom 18. – 20. Oktober bei der 9. ADAC Westfalen Trophy des MSC Bork. Wie gewohnt mit beheizter Box und der Saisonabschlussparty!

 

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