Rückblick Zolder Race Festival 2013

Auch in diesem Jahr ging es für den Kampf der Zwerge und die BCT zum Zolder Race Festival organisiert von der Youngtimer Trophy. Ein paar Besonderheiten gab es schon 2013 denn die klassische Verteilung zuerst Zolder dann Spa hatte getauscht und so ging es für die BCT “erst” im August nach Zolder. Aufgrund der Urlaubszeit und den dort stattfindenden Test und Einstellfahrten war das Starterfeld der Kampf der Zwerge nicht ganz so üppig wie bei anderen Veranstaltungen aber die BCT stellte – wie so häufig – das größte Starterfeld innerhalb des Kampf der Zwerge.

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Zolder bot aber nicht nur durch die Wahl des Termins in 2013 ein Novum, denn mit dem Start der Mini Miglia und Mini7 im Rahmen des Zolder Race Festivals sollte es eine weitere Mini-Serie geben, die in Zolder startet. Die Mini Miglia´s ähnlich aufgebaut wie die BCT Gruppe II Fahrzeuge sollten zusammen mit den Mini7 fahren. Die Mini7 rollen mit 1000ccm und profilierten Dunlop CR70 Reifen an den Start. Insgesamt war also der Mini das Vorherrschende Modell im gesamten Fahrerlager. So fand auch schon bei der Fahrerlagerwahl eine Vermischung statt denn im Kampf der Zwerge Fahrerlager tummelten sich zwei Miglia Renner und Damon Astin mit seinem Mini7. Damon Astin, sowie auch Phil Harvey legten einen Doppel Start hin und brauchten an den zwei Tagen den Rennanzug gar nicht mehr ausziehen, denn sie fuhren alle drei Läufe bei der Englischen Serie und im Rahmen des Kampf der Zwerge – Respekt!

 

Für den Kampf der Zwerge ging es Samstagmorgen in den ersten Turn. Die Streckenposten hatten es wohl besonders eilig und winken Sebastian Wallner direkt auf die Strecke, trotz roter Boxenampel – dies wurde direkt geahndet denn eine rote Ampel soll man nicht überfahren auch wenn gewunken wird.  Die Strecke war noch leicht nass vom nächtlichen Regen. Am stärksten spürte man dies in der Krankenhauskurve, wo der Bremspunkt bis zum Ende des Turns für die Slicks kaum Grip bot. Nichts desto trotz waren die Rundenzeiten schon unter zwei Minuten, was letztes Jahr nicht gelang. Schuld daran ist auch das gute aber nicht zu warme Wetter. Während in den letzten Jahren eine regelrechte Hitzeschlacht in Zolder geschlagen werden musste war es Samstagmorgen zwar schon warm, das steht aber nicht im Verhältnis zu den letzten Jahren.
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Zur Mitte des ersten Turns legte dann ein Abarth eine saubere Ölspur in die Links nach Start und Ziel und kürte das Ganze mit einem Motorbrand. Die Fahrt in die Rauchwolke hinein wurde später so kommentier: “Ich habe mich gefühlt bei den Nascars, nur dass dort über Boxenfunk durchgegeben wird ob man links oder rechts fahren soll bei den 2m Sicht, die man noch hatte”. Der Brand konnte zum Glück schnell und fast Schadenfrei gelöscht werden, aber die Strecke war bei weitem nicht mehr so schnell. So ging der erste Turn dann auch rasch zu Ende und die Fahrzeuge wurden für den zweiten Lauf vorbereitet. Phil und Damon Astin schafften es gerade ihre Fahrzeuge wieder zu betanken bevor es für beide zum nächsten Lauf mit den Miglia´s und Mini7 ging.

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Die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Lauf haben alle genutzt um einen Blick auf die Mini Miglia’s und Mini7 zu werfen, sowohl was die Fahrzeuge anbelangt, als auch wie sie sich auf der Strecke schlagen. Und man muss sagen man sieht, dass Sie doch viele Renn Kilometer mehr auf dem Buckel haben. Das machte deren Läufe aber umso spannender und gerade bei den Miglia’s ging es bei den Top Fahrzeugen heiß her. Auch die Mini7 ließen nichts anbrennen und zeigten des Öfteren wo die Haftungsgrenze der Dunkop CR70 Reifen abreist und dies kontrolliert ausgenutzt werden kann. Faszinierend zusehen als die Mini7 im Renntempo auf die Start/Ziel Schikane zugeflogen kommen.  Das dortige Öl wurde von den Streckenposten noch nicht erkannt und so gab es ein buntes Durcheinander ohne Blessuren an den Fahrzeugen. Die Läufe sind imens spannend und man sieht auch von außen die Jahrelange Erfahrung der Fahrer.

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Gegen späten Nachmittag starteten wir dann in den zweiten Lauf in geordneter Reihenfolge. Diesmal bei einer grünen Boxenampel. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen ging es dann wieder auf die Strecke und die Rundenzeiten purzelten. Das Wetter machte den Bremsen aber schwer zu schaffen. Gerade in der Krankenhauskurve waren viele Bremsen noch zu heiß von der vorherigen Schikane und der ein oder andere kam ganz schön in Bedrängnis. Arnold Duncan erstmals im Rahmen des Kampf der Zwerge gestartet hatte aber mächtig Spaß auf der Strecke. Der KAD Mitarbeiter ging im Ex-Purple Racing Auto. Leider rollte Wolfang Drixelius mit technischen Defekt nach der ersten Runde aus. Für die anderen ging es fix weiter um die Strecke. Wieder gab es mächtig Rauch und ein brennendes Heck. Diesmal war es ein Styr Puch, der hier für den Einsatz des Feuerlöschers sorgte. Der Brandt war aber auch schnell gelöscht und er konnte im nächsten Lauf auch wieder zum Start rollen.
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Der Abend kam und der ein oder andere hatte doch etwas zu schrauben. Bei Thomas Klingelhöfer – mit Abstand der schnellste – gab es immer wieder Probleme mit der Bremse. Das M³ Racing Team hatte wieder einmal mit Hitzeproblemen und dem Zylinderkopf zu kämpfen, was sich durch den Einbau eines neuen Kühlers lösen ließ. Wolfgang Drixelius ließ nach der Diagnose seinen Ersatzmotor einfliegen, der dann am Sonntagmorgen schnell noch eingebaut werden musste. Auch bei den Engländern gab es Arbeit und Arnold Duncan konnte seine Qualitäten beim Radlager Wechsel beweisen. Sebastian Wallner beklagte in der letzten Runde fehlende Leistung. Die Diagnose war schnell getroffen – Kiphebel gebrochen. So wurde eifrig geschraubt um die Fahrzeuge zum zweiten Lauf wieder fit zu bekommen.

Der Abend brach an und verlief BCT typisch mit BBQ und gemütlichem beisammen sitzen. Gesamtsieger der BCT 2010 Ken Welch war mit den anderen Engländern auch mal wieder zu einer BCT Veranstaltung gekommen und es juckt ihn in den Fingern seinen alten blauen Renner zurück zu gewinnen um damit das Feld der BCT zu ergänzen.

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Für den dritten Turn waren die Wetterprognosen dann nicht mehr so schön. Samstag hatte es der Wetterbericht schon angedeutet, dass es aber am Sonntag so durchwachsen ist, hätte niemand gerechnet. Also war es bis zur aller letzten Minute, und darüber hinaus, noch nicht klar mit welchen Reifen man starten sollte. Fängt es wieder an zu regnen? Wie sieht es auf der Strecke aus? Slicks, Regenreifen – Was tun. Als es dann in den Vorstart ging stand für die meisten Fest – Regenreifen. Nur Wolfgang Drixelius rollte noch auf Slicks in den Vorstart. Aber die Entscheidung auf Regenreifen zu wechseln war dort auch schon getroffen und so wurde im Vorstart akribisch versucht die auf diesem Fahrzeug noch nie montierten Regenreifen zu montieren. Als die ersten Fahrzeuge vorn losrollten wurden die letzten Radmuttern festgedreht und nochmal kontrolliert – Besser auf den Punkt geht nicht.

Aber die Entscheidung war richtig. Der Regen setzte ein und jeder wusste, dass man mit Slicks direkt hätte wieder reinfahren können. Zumal in der Einführungsrunde die Ideallinie mit einer durchgehenden Ölspur tot gelegt wurde. Wohl hat der Fahrer in der zweiten Runde seine eigene Ölspur gesehen, ist nebenher gefahren und hat auch die naheliegendste Alternativroute zur Schlittenpartie gemacht. Es gab kaum einen, der bei diesen Bedingungen das Querfahren nicht geübt hat. Aber bei solchen Bedingungen trennt sich die Spreu vom Weizen und bei den Gruppe II Fahrzeugen zeigte Thomas Klingelhöfers, dass er nicht nur im trockenen schnell ist, sondern auch mit extrem schwierigen Bedingung umgehen kann. In der Gruppe I war dann die Überraschung groß, als Sven Olaf Homann deutlich schneller als Jürgen Kohlhaas fuhr. Sven, der ja erst seit Anfang 2013 dabei ist konnte es selbst kaum glauben, dass er schneller als der ewig erste Jürgen Kohlhaas war. Aber bei Regen rächt sich alles und so haben die 12 Jahre alten Reifen, die Jürgen noch in der letzten Ecke der Werkstatt gefunden hat den Vergleich auch ungleich gemacht. Aber so geht´s im Motorsport – falsche Strategie, falsche Materialwahl zum falschen Zeitpunkt rächt sich dahingehend schnell.

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Der Turn neigte sich dem Ende zu und alle konnten die Strecke wohlbehalten verlassen. Für das M³ Racing Team, die erst seit dieser Saison dabei sind,  einer der ersten Turns, den Sie zu Ende fahren konnten hoffen wir, dass die technischen Probleme nachhaltig gelöst wurden. Für  Cuneyt Cuhalar verlief es nicht so gut. So wollte er gerade in den Vorstart Rollen, machte ein technischer Defekt seinen dritten Turn zunichte und Cuneyt musste außen zusehen. Auch Sebastian Wallner fuhr wegen dem gebrochenen Kiphebel im letzten Turn nicht mehr mit. Für beide Fahrzeuge gilt es jetzt diese schnell fit für den nächsten Wertungslauf im Rahmen der Hockenheim Historic vom 13.08. – 15.08. zu kriegen.

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