Technorama Hildesheim

Eine ruppige Flugplatzstrecke, italienischer Abend, Trödelmarkt… Die ABN-Gruppe und die BCT im Besonderen bot den Zuschauern teils spektakulären Motorsport und erntete Standing Ovations nach zwei spannenden Rennen…

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Flugplatzrennen in Hildesheim

Hier mal so ein bisschen was, wer, wie, wann und warum…

Die Veranstaltung in Hildesheim war für die BCT kein offizieller Wertungslauf. Trotzdem fanden sich letztlich 18 Teilnehmer für die Läufe. Und das es nicht nur spannend sein muß, wenn es um Wertungspunkte geht, zeigte dieses Wochenende. Die Jungens ließen richtig fliegen, denn wenn es schon keine Punkte gab, so ging es doch um die Ehre. Die zahlreichen Zuschauer der Technorama waren auf jeden Fall begeistert und sparten nicht mit Applaus. Gekonnte Manöver wurden dann auch mit Ahhh`s und Ohhh`s honoriert.

Selbstverständlich stand auch das Fahrerlager der BCT jedem offen und so gab es reichlich Kontakt mit den interessierten Zuschauern. Nach den Trainings vom Freitag und Samstag ging es am Samstag Nachmittag in den ersten Rennlauf. Hier lieferten sich Hans Müller-Deck, von der Pole gestartet, und Marc Branscheid einen heftigen Zweikampf. Bedingt durch etliche künstliche Engstellen (Schikanen) auf der Strecke und vor den Kurven (paßte immer nur ein Auto durch) und durch die überwiegend engen, langsamen Kurven war bei annähernd gleichwertigen Material und Fahrer ein Überholen fast unmöglich. Da beide mit ungefähr gleichstarken Faxe-Racing Motoren ausgestattet waren, jagten sie sich so also auch Rundenlang. Nur ein freiwillig eingeleitetes Überholmanöver ließ Marc Branscheid an Müller-Deck vorbei kommen, ging ja um nix, doch denkste, am Ende mußte Müller-Deck sich noch mal richtig strecken um auch wieder vorne zu sein. Stephan Keiselt schaute sich das Ganze aus sicherer Entfernung an, wäre es noch härter zugegangen, wohl gemerkt es ging ja um nix, wäre er vielleicht der lachende dritte bzw. dann erste gewesen. Sauber zog er seine Runden, der Motor bärenstark, nur am Fahrwerk muß er noch was tun. Vierter, und hat sich damit auch Respekt verschafft, wurde Mike Gensemeyer. Er war weiter von hinten gestartet und wie schon gesagt, es war alles andere als leicht auf diesem Kurs zu überholen. Am Ende war er auch an Stephan Keiselt dran, aber ob er da vorbei gekommen wäre, blieb mit dem abwinken des Rennens offen. Johannes Geiser, Team Kollege von Marc Branscheid wurde fünfter. Er hatte zwischendurch ein paar spektakuläre Ausritte in die Wiese, welche unter anderem bei den Zuschauern zu den Ahhh und Ohhh`s führten.

Jochen Pelke wurde sechster. Nachdem ihm im Training ein weiterer Verteilerfinger gebrochen war, tauschte er kurzerhand den ganzen Verteiler und kam so auch ins Ziel. Dicht gefolgt von Jörg Franz der mit seinem frischen Minitec Renner Jochen Pelke das Leben schwer machte. Schließlich war Jochen Pelke hinter Jörg gestartet. Doch mit seiner übernervösen Hinterachse konnte Jörg seine Position nicht halten und mußte später dem ihm im Nacken sitzenden Jochen vorbei lassen. Manfred Laudor war der nächste in dieser Gruppe um Franz und Pelke. Mit seinem grünen Midget gab er alles, am Anfang auch vor Franz und Pelke, war er später allerdings Runden lang damit bemüht, den hinter ihm drängelndem blauen “Williams MPI” nicht vorbei zu lassen. Dieser rollte dann aber mit einem ausgelösten Chrashschalter am Ende der neunten Runde in die Boxengasse und “Nicki” Laudor konnte entspannt zu Ende fahren. Einen einsamen Kämpf kämpfte wieder mal Hans Peter Rosenfeld. Für ihn geht es gegen die Uhr, paßt doch sein Auto nicht richtig in die Gruppen und ist für die verbesserten zu langsam und für die seriennahen zu schnell.

Überraschungen gab es dann am Sonntag im zweiten Lauf. Es ging ja um nix. Also setzte sich Jörg Franz in das Auto von seiner Frau Elenore, Hans Müller-Deck nahm Platz im Renner von Jörg Franz und ich, ja ich mußte selbst ran. Hans hatte morgens in aller Frühe seinen Rennsitz gegen meinen getauscht und so mußte ich, nach einem Jahre Renn-Abstinenz, mal wieder hinter dem Steuer meines silbernen Renners Platz nehmen. Mulmig war mir schon. Von Pole zu starten, die jungen Wilden im Nacken, der Renner mit anderem Set-up und unbekannten Reifen…. na ja. Ich hatte also genau die Einführungsrunde um mich an den Karton zu gewöhnen! Und es war naß. Vor unserem Lauf hatte es lange geregnet. Die Abarth Jungens hatten zwar eine kleine Spur teilweise trocken gefahren, aber die Bedingungen waren deutlich schlechter gegenüber dem Vortag.

Doch dann ging es auch schon los. Vom Start weg konnte ich vorne bleiben und nachdem ich “gespürt” hatte, was ging, sogar einen Vorsprung heraus fahren. Marc Branscheid war der einzige der folgen konnte, allerdings lagen nach knapp 2 Runden auch schon ca. 150m Meter zwischen ihm und mir.

Gespürt ist wohl das treffende Wort und nicht immer sollte man sich auf sein Gespür verlassen. Marc meinte jedenfalls, er hätte mich “nervös” gemacht. Johannes sagte was von “unerfahren”. Ich nenne es mal “zu spät”. Auf jeden Fall war ich zu spät auf der Bremse und drehte mich ungefährdet am Ende der zweiten Runde in die Wiese. Der Motor ging auch noch aus und so schaute ich mir Marc Branscheid von der Seite her an, als er vorbei fuhr. Zeitgleich sprang der Motor wieder an, ich hoppelte aus der Wiese und nahm die Verfolgung auf. Eine Runde später war ich an Marc wieder drann. Doch ich hatte nicht mit dem Team Branscheid-Geiser gerechnet. Johannes Geiser, der der später was von unerfahren gemurmelt hatte, hatte sich auch gedreht und kam jetzt genau vor Marc Branscheid und mir auf die Strecke zurück. Wohlgemerkt mit einer Runde Rückstand. Brav ließ er auch dann Marc Branscheid vorbei, sind ja schließlich beide vom Item-Team. Und ich? NIX. Tür zu. Immer. Überall. Na ja, ging ja um nix. Am Ende hat es uns dann noch beide erwischt. Zeitgleich flogen Johannes und ich am Ende der langen Geraden in der letzten Runde ab. Ich ging quer in die Wiese und Johannes zerstörte sich sein Fahrwerk kräftig. Irgend etwas war auf der Strecke in Höhe Bremspunkt, was und beiden die Kontrolle verlieren ließ. Ich hoppelte mal wieder von der Wiese und kam noch als fünfter ins Ziel, Johannes kam mit dem Schleppwagen ins Fahrerlager. Marc hatte also gewonnen. Konrad Beckmann, Stephan Keiselt und Mike Gensemeyer kamen auf zwei, drei und vier rein. Stephan und Konrad jagten sich das ganze Rennen. Konrad, der im ersten Lauf mit einer defekten Antriebswelle ausgefallen war, konnte sich so gerade eben vor Stephan behaupten. Mike Gensemeyer, erster Mann bei Minitec war natürlich komplett von der Rolle. Er verstand die Welt nicht mehr, kam er doch rundenlang nicht an dem vor ihm fahrenden Kundenwagen von “Jörg Franz” vorbei. Ebenso sahen es die Zuschauer. Nur die wenigsten wußten, daß im Franz Mini Hans Müller-Deck saß. Und der wollte natürlich den Chef der Fa. Minitec, so lange wie möglich im Kundenwagen hinter sich halten. Irgend wann kam Mike aber doch vorbei. Aber um in der Spitze noch eingreifen zu können war es da natürlich zu spät. Somit wurde Hans dann sechster.

Als siebter rollte H.P. Baxxter, ähhh Hans-Peter Rosenfeld über die Ziellinie.

Richtig flott war auf einmal “Ellen Lohr” alias Elenore Franz alias Jörg Franz geworden. Um den Gruppe 1 SPI mal zu testen, war ja, wie oben schon erwähnt, Jörg Franz auf dem Wagen gestartet und so mußte dieser beweisen was 64PS nun wirklich können. Mit einem überbreiten Grinsen stieg Jörg dann auch aus dem Mini nach dem Rennen aus und forderte sofort mehr Fahrzeuge in der Gruppe 1. Damit könne man Schlachten schlagen, es müssen nur endlich genügend Gruppe 1 BCT Renner starten. Aber in Hockenheim sind es ja dann schon drei. Schließlich war Silke mit ihrem Auto ja auch am Start. Frisch fertig gebaut nach einigen Nachschichten, fehlen jetzt nur noch ein paar Kleinigkeiten. (der 53PS Motor wird noch gegen die 64PS Variante getauscht)

Richtig fein war natürlich wieder mal der Samstag Abend. Konrad Beckmann ließ feinste italiensche Küche auffahren und so wurde gemeinsam Abend gegessen. Später gab es dann auch noch den ein oder anderen Ramazzotti und Bier vom Faß. Fast 80 Leutchen wurden verköstig, natürlich auch Freunde und Gäste der BCT.

Was beibt?

Der Eindruck, daß das nutzlose Studententeam rund um Marc Branscheid und Johannes Geiser nun auf eigenen Beinen stehen kann? Es war ja nicht genug mit dem Gesamtsieg für Marc Branscheid in der Rennwertung. Auch die Gleichmäßigkeit hat er gewonnen. Also noch einen Pokal.

Und was noch?

Ja noch mehr. Den großem Wanderpokal vom Veranstalter für die Gleichmäßigkeit im gesamten Feld von Abarths, NSU und Mini, ja den bekam Marc auch noch. Gut, Klaus Kleber hatte als wirklich erst platzierter verzichtet, da er ihn schon letztes Jahr gewonnen hatte und Wanderpokale nicht mag. Aber drei Pokale, davon noch einer 1m hoch!

Alles gut, ging ja um nix….

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