The Battle of Spa

Das zweite Rennwochenende der British Car Trophy in Spa Franchorchamps bot wieder einmal großen Sport auf der Strecke und im Fahrerlager. Mit 64 Fahrzeugen stellte die ABN-Gruppe das teilnehmerstärkste Feld, Gerald Dale ist vor Hans Müller-Deck schnellster von 19 Minis und gleich drei neue Starter gaben ihr erfolgreiches Debüt.  Der Titel ist mir spontan eingefallen als ich mir Gedanken zum Renngeschehen gemacht habe. Gerald Dale und Hans Müller-Deck haben es auf die Spitze getrieben. Spannender hätte es kaum sein können. Fünf oder sechs Führungswechsel in den ersten drei Runden!! Volle Attacke, Racing pur!! So macht Zuschauen besonderen Spaß. Und auch die alten, lästernden Renn-Opas, wie Didi Grunwald, Thomas Gaspers und ich hatten nicht viel zu meckern.

Damit ihr wisst worüber wir reden:

Müller-Deck mit einer Trainingszeit von: 2.57,761 min. Das ist der Hammer!! Leider kündigte sich bei dem verwendeten Motor ein Primärradzug-Schaden an, sodass das Training abgebrochen wurde, um dann später den Ersatzmotor einzubauen. Gerald Dale lag mit einer Zeit von 3.07,185 min knapp 10 Sekunden dahinter, hatte aber auch mit starken Reifenproblemen zu kämpfen.

In den Rennen war die Sache dann ausgeglichener. Müller-Deck war bedingt durch den Reservemotor, der nicht für 13″ Slicks gedacht ist und zu lang übersetzt war, etwas langsamer unterwegs und Dale bekam seine Probleme in den Griff. Beide fuhren nun 3.03-er Zeiten. Im ersten Rennen war Dale noch 4 Tausendstel Sekunden schneller als Müller-Deck, doch im zweiten Lauf fuhr Müller-Deck dann mit einer Zeit von 3.03,525 min die schnellste Rennrunde des Tages. Wenigstens diese Trophäen wurden also nicht nach England “entführt”. Zum Vergleich, ein Escort MK1 Twin Cam mit knapp 170 PS brachte Rundenzeiten von 3.12 min.

Die “kleine Beule” am Silbernen vorne links kam wie folgt:

Hans war gerade wieder an Gerald vorbei, es ging runter Richtung dreifach links. Hier geht`s vierter Gang voll: Das heißt knapp 200 Km/h. Doch leider gab`s dort auch eine frische Ölspur von Jörg Franz, der sich den Ölkühler zerschossen hatte. Beim anbremsen auf dem Öl vor der dreifach Links fliegt das Faxe-Racing-Mobil quer in die Wiese, Müller-Deck fängt die komplette Drehung ab, der Mini segelt in die andere Richtung, Müller-Deck langt noch mal ins Volant, kann aber letztlich nicht den Anstoß an die Leitplanke verhindern.

Ken Welch, mit einem blitzsauberen Miglia-Renner angereist, konnte dem Führungs-Duo nur folgen. Obwohl mit einem 1380cc von Swiftune ausgerüstet, konnte er nur auf Fehler der Beiden hoffen. Das passierte dann auch in Lauf Zwei mit dem Ausritt von Müller-Deck auf der Ölspur und so konnte Welch an Müller-Deck vorbei gehen.

Branscheid, mit einer Zeit von 3.12.150 min aus dem Training, stand zwar vor Welch in der Startaufstellung auf Platz drei, konnte sich aber letztendlich im Rennen gegen Welch nicht durchsetzten. Er musste sich mit einem vierten Platz im ersten Lauf zufrieden geben. Im zweiten Lauf rutschte er auch auf der bekannten Ölspur in die Planke. Schade für ihn, zu diesem Zeitpunkt war er Vierter.

Ein schönes Ergebnis und auch wieder einen Pokal, diesmal für den vierten Platz in der gemeinsamen Wertung von Lauf 1 und 2, bekam Pete Richards. Sein neuer Renner ist fertig. Der orange Clan Crusader wurde erst kurz vor Spa fertig und so kam er am Freitag nach durchfahrener Nacht früh morgens an. Umso schöner dass, das Auto dieses Ergebnis einfuhr, obwohl auch er sich auf der Ölspur drehte und seinen Spoiler ankratzte.

Auffällig war Marco Teuschers Auftritt an diesem Wochenende. Auch er hatte sein nigelnagelneues Auto an den Start gebracht. Der hellblaue Männertraum war wunderbar vorbereitet. Gattin Jenny hatte mit ihren kleinen Händen den Wagen auf Show&Shine-Niveau poliert und der Mini ging auch auf der Strecke sehr gut. Ein altes Duell lebte wieder auf. Keiselt vs. Teuscher.

Und auch hier wurde richtiger Motorsport gezeigt. Keiselt, seit einiger Zeit in der verbesserten Gruppe unterwegs, aber noch mit einem uralt Motor ohne die in der Klasse benötigte Leistung, setzte Teuscher ganz schön unter Druck. Spektakulär war dann auch dessen Verbremser vor der neuen „Bus-Stop“-Schikane. Keiselt konnte vorbei gehen.

Leider hatten beide Probleme. In Lauf Eins kam Teuscher nicht ins Ziel und in Lauf Zwei fiel Keiselt auf Platz Vier liegend, eine Runde vor der schwarz-weiß karierten Flagge, mit Motorschaden aus. Trotzdem hatten wohl beide den größten Spaß in ihrer bisherigen Motorsport- Karriere und haben den Sonntagabend beim gemeinsamen Bier verbracht.

Apropos Bier und gemeinsam, hier war die BCT mal wieder Vorbild im Fahrerlager. Drei 3x6m Zelte sowie ein 4x8m Zelt von den nutzlosen Studenten, rund um Marc Branscheid, wurden kurzerhand zusammengestellt. Die entstandene „Überdachung“ wurde so das gesamte Wochenende zum gemeinsamen Frühstück und für die abendlichen BBQ’s genutzt. Wieder mal gefiel es den anderen Gruppen (NSU und Abarth Coppa Mille) auch so gut, dass die Örtlichkeit zur gemeinsamen Siegerehrung genutzt wurde.

Ein weiterer nutzloser Student erlebte ebenfalls sein Renn Highlight. Johannes Geiser ist nun der offiziell zweite Fahrer der nutzlosen Studenten. Auch er brachte einen komplett neuen Renn-Mini an den Start. Nach einer Trainingzeit von 3.32,828 min wurde er im ersten Lauf achter und im zweiten siebter. Das reichte um in der Summe sechster zu werden und hierfür gab es dann auch noch einen Pokal da bis Platz sechs Pokale ausgegeben wurden.

Siebter im Gesamt wurde Klaus Binder. Nach Hockenheim, wo sein Bruder Achim den Mini pilotierte, war er nun in Spa wieder an der Reihe. Und er zeigte wieder einmal, wie schnell man auch mit weniger Leistung sein kann, wenn man nur beherzt zur Sache geht.

Ein weiterer Neuling in der BCT war Jörg Franz. Einen von Minitec frisch aufgebauten Gruppe 2 Mini brachte er mit. Ordentlich Leistung mit wenig Gewicht dazu ein schönes Design lassen für die Zukunft hoffen. In Spa reichte es im ersten Lauf für Platz 11. Aber es sollte ja vorerst nur Renn-Erfahrung gesammelt werden. Leider fiel er im zweiten Lauf mit defektem Ölkühler aus. Aber auch er ließ sich das Wochenende dadurch nicht verderben und fiebert dem nächsten Wertungs-Lauf in Luxemburg entgegen.

Phil Harvey hatte sich auch auf den weiten Weg von Birmingham nach Spa gemacht. Doch ihn erwischte es besonders hart. Nach einer guten Trainingszeit von 3.15,363 min wurde er im ersten Lauf zu smoking Joe als sich per blauer Fahne sein Motor meldete und er raus fuhr. Im zweiten Lauf traf ihn dann die ausgelegte Ölspur am härtesten. Er verbeulte seinen Miglia kräftiger. Er ist aber guter Dinge und auf jeden Fall bei den letzten Rennen der BCT am Ende des Jahres dabei.

Konrad Beckmann hatte nach seinen beiden Ausfällen in Hockenheim auch diesmal nicht allzu viel Glück. Nach einem guten fünften Platz im ersten Lauf, obwohl er eigentlich sein Training vergeigt hatte, viel er mit Motor Problemen im zweiten Lauf aus.

Die seriennahe neue Gruppe 1 gewannen natürlich die Pilotenpaarung Hennigsen/Krimmel. Auch sie waren zum ersten Mal am Start und es hat den beiden sichtlich Spaß gemacht. Nur wird es jetzt auch Zeit, das weitere Gruppe 1 Minis fertig werden. Aber bis Luxemburg ist ja noch Zeit. Der Wagen von Keiselt/Wernecke und der von Franz/Franz sind im Bau und mit Daniela und Elle Franz wird es ein reines Frauenteam geben.

Auch Spa selbst war diesmal ein guter Gastgeber. Nach anfänglichen Querelen um den Abreisezeitpunkt wurde dieser auf Montagmorgen verlegt was einen weiteren gemütlichen Abend im Fahrerlager der BCT möglich machte. Wieder grillte man gemeinsam und die Leerung der Kühlschränke brachte noch ungeahnte Mengen zum Vorschein. Auch die Nussschokolade der „nutzlosen Studenten“ wurde gern gegessen und entwickelt sich langsam zum Kultprodukt der BCT.

Kameras wurden wie verrückt in den Minis verbaut und so sollten wir auf die Zusammenschnitte der Studententruppe gespannt sein. Solche Bilder wie aus dem Mini von Müller-Deck hab ich schon lange nicht mehr in der BCT gesehen. Motorsport pur, „Best Fun Racing“, an einem wunderschönen, sonnigen Wochenende auf der besten Rennstrecke der Welt, das war diesmal wieder die BCT.

Am 04.06.2009 schrieb Ken Welch, der als Gaststarter der British Car Trophy in Spa am Start war:

Dear All

Thank you for letting me take part in your championship race at Spa last weekend.

My wife and I thoroughly enjoyed the experience. Very nice people, the circuit was excellent, the racing fantastic.

It was especially entertaining watching Gerald and Hans (two wheels).

Thank you all again
Kind Regards

Ken and Valerie Welch (Blue Mini 205)

PS: Bilder der Veranstaltung gibt es auf www.schwede.de

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