Wie den BCT Einstieg finden ?

Oft werden wir gefragt, wie man am besten den Einstieg in die BCT für sich realisieren kann. Dies ist eine schwierige Frage und kann in der Regel nicht Pauschal beantwortet werden. Eines sollte aber klar sein: Motorsport ist in der Regel Zeitintensiv und kostet auch Geld und wer nicht bereit ist das eine oder andere (Motivation / Zeit und oder Geld) zu investieren ist im Motorsport nicht optimal aufgehoben. Wenn man dies aber bereit ist gibt es viele Möglichkeiten auch mit überschaubarem Budget Motorsport vom feinsten auf hochklassigen Rennstrecken zu bestreiten.

Am Anfang steht meist die Frage: Gruppe I oder Gruppe II und hierfür muss man sich für zwei unterschiedliche Richtungen in der BCT entscheiden. Was verbirgt sich also hinter den Gruppen und was ist deren Ausrichtung.

 

BCT Gruppe I Seriennah
Die seriennahe Gruppe I ging bei der BCT im Jahre 2008 an den Start. Sie war der Nachfolger der alten Gruppe I, welche nicht so limitiert war und in der häufig das Regelwerk gebrochen wurde. Um diesem einen Riegel vor zu schieben wurde die neue Gruppe I geschaffen in Anlehnung an die englischen Mighty Minis. In dieser Gruppe I sind alle Fahrzeuge gleich limitiert und die Unterschiede in Motorleistung und Performance sind auf Serientoleranzen zurückzuführen. Diese Gruppe lebt also davon, dass es um den Fahrer und sein Können geht. Das heißt aber auch, dass man beim Auto keinen extremen Hang zum Individualismus haben darf, denn Fahrwerk, Reifen, Bremsen, Motorinnerein, Einspritzung und und und sind fest vorgegeben und bieten keinen Spielraum für “interessante Ideen”. Nur dadurch ist ein Vergleich der Fahrzeuge möglich. Zugelassen sind alle Mini´s mit Single Point Injection Einspritzanlage aus den Baujahren 1992 – 1996 im serientrimm auf 12″ Felgen.

 

BCT Gruppe II
Pauschal kann man sagen: Alles was nicht Gruppe I ist, ist Gruppe II. Im Detail stimmt dies natürlich auch nicht, denn es gibt auch Fahrzeuge, die nicht mehr in die Gruppe II passen (7-Kanal, 16V, Spaceframe, Maquire Mini, etc.). Aber die Freiheitsgrade in der Gruppe II sind schon sehr groß weswegen jedes Fahrwerk, Bremse und damit das gesamte Fahrzeug den individuellen Ansprüchen und Wünschen entspricht. Dadurch sind die Fahrzeuge natürlich nicht mehr direkt vergleichbar und so gibt es Gruppe II Fahrzeuge mit 75 PS aber auch mit 145 PS. Mit nahezu seriennahmen Fahrwerk oder komplett in Uniball gelegtes sonderangefertigtes Fahrwerk. Genau wie die Frage nach den Reifen – kann jeder für selbst beantworten. Ob Slick, Semislick oder Straßen Reifen jeder nach seinem eigenen Gusto. Primär ist die Gruppe II für den Mini ausgelegt aber prinzipiell kann jedes Fahrzeug welches mit einem A oder A+ Motor vom Band lief in der Gruppe II starten.

Um den Einstieg zu finden sollte der Erste Schritt sein sich mit Aktiven auszutauschen. Das geht am besten an einem Rennwochenende. Dort kann man sich die Fahrzeuge, die Leute und auch das “drum herum” ansehen. Einen Kaffee oder ein Bier gibt es dann meist auch um das Gespräch entspannt zu gestalten. Wer schon den Aufwand scheut sich den Kampf der Zwerge und die BCT direkt anzuschauen sollte sich überlegen, ob er bereit ist die notwendige Zeit aufzubringen. Wenn aber der erste Schritt gemacht ist kommt schnell die logisch nächste Frage: Mieten, Kaufen oder selber bauen. Auch hierfür gibt es keine pauschale Antwort und obliegt immer den eigenen Zielen und Vorlieben aber nähern wir uns einer Antwort etwas mit aktuellen Möglichkeiten.

Mieten
Ja man kann Rennwagen Mieten auch für die BCT. Peter Nöker vom Team N&F Mini Racing Team hat seit Jahren zwei Fahrzeuge für die Grupp II in der Vermietung. Sein gelber Wagen ist dauervermietet und ein Fahrzeug der Spitzenklasse. Sein roter Bolide hat noch keinen festen Fahrer und wartet darauf eingesetzt zu werden. Kontakt zu Peter Nöker könnt Ihr über die Website http://www.nf-mini-racing.de/ herstellen. Aber nicht nur Gruppe II Fahrzeuge werden vermietet auch für die Gruppe I gibt es seit Ende 2013 Fahrzeuge zu Mieten. Faxe-Racing hat hier ganz frisch einen weißen Gruppe I Wagen aufgebaut, der ab dieser Saison gemietet werden kann. Kontakt mit Faxe könnt ihr über seine Website aufbauen: http://www.faxe-racing.de/

Aber neben den Verfügbaren Fahrzeugen ist ja die Frage warum Mieten. Dies ist einfach zu beantworten. Es gibt grundlegend zwei Gründe. A) Um den Sport einmal “auszuprobieren” B) Um auf Erfahrungen und ein Team zurückgreifen zu können. Denn wenn man Typ A ist entscheidet man sich nach einem Testlauf für Fahrzeug Kaufen oder Aufbauen mit all seinen Konsequenzen. Ist man Typ B und will langfristig dabei bleiben kann man sich ins “gemachte Nest” setzen und muss nicht selbst Auto, Know-How, Werkzeug etc. organisieren. Natürlich durch “Einwurf kleiner Münzen”. Denn auch wenn der historische Motorsport mit dem Mini nicht der teuerste ist und viel Enthusiasmus bei den Teams dabei ist, müssen die Unkosten gedeckt werden.

Kaufen
Ein fertiges Fahrzeug zu kaufen ist oft die schnellste und einfachste Art los zu legen wenn man sich nicht einmieten will. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn es gibt immer Angebote die für den Laien gut klingen aber eher nicht zu empfehlen sind. So tauchen immer wieder Fahrzeuge auf mit Bezeichnungen “Für die BCT Vorgesehen”, “Ex Rennfahrzeug”, “ehemaliges BCT Fahrzeug”. Auch hier empfiehlt sich die Kontaktaufnahme zu Aktiven bzw. eine immer kritische Begutachtung des Angebots. Denn “Für die BCT Vorgesehen” heißt noch lange nicht, dass wirklich alle sicherheitsrelevanten Punkte erfüllt werden. “Ex Rennfahrzeug” oder “ehemaliges BCT Fahrzeug” sind Begrifflichkeiten mit denen gelockt wird. Auch hier muss man kritisch beäugen ob die Fahrzeuge den aktuellen Standards entsprechen, wann sie das letzte Mal eingesetzt wurden, und ob erstmal eine Umfangreiche Sanierung mit Blech oder Austausch von abgelaufenem Sitz, Gurt, Feuerlöscher erfolgen müssen. Daher ist guter Rat gefragt um für sich das ideale Fahrzeug zu finden. Auch entspricht ein gekauftes Fahrzeug nie zu 100% den eigenen Wünschen und Vorstellungen. Nichts desto trotz ist Kaufen in der Regel deutlich günstiger als selber bauen. Denn das was ein Fahrzeugaufbau gekostet hat kriegt man in der Regel nicht wieder. Empfehlenswert sind daher Fahrzeuge, die jüngst noch eingesetzt wurden, da man hier davon ausgehen kann dass sie allen Vorschriften entsprechen und die Fahrzeuge sind auch bekannt und man gut unabhängige Meinungen einholen. Häufig wird auch der Blick auf die Insel gewagt und zu ehemaligen Miglia oder Min7 Fahrzeugen geschaut. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Aber ein Rechtslenker ist für uns „Linkslenker“ in Not-Situationen nicht so intuitiv zu bedienen wie ein Linkslenker. Auch muss man sagen, dass in England das Motto “You only get what you pay for” mehr als zutreffend ist. Also Augen auf bei vermeidlichen Schnäppchen, denn es gibt viele Fahrzeuge, die oft verunfallt, schlecht repariert, marode Teile o.ä. an sich haben und dann sind Folgekosten und Ärger garantiert. In England wird nach einem Unfall nicht so repariert wie es bei uns der Fall ist. Denn dort wird mit anderen Bandagen gekämpft und da “lohnt es nicht” in den Augen der Besitzer. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, die dann aber wieder keine Schnäppchen sind.

Wer aktuell ein Fahrzeug such hat Glück, denn aus allen Spektren gibt es aktuell Fahrzeuge die Angeboten werden:

Gruppe I – Jens Hornberger
Jens Hornberger wird dem Motorsport nicht fern bleiben aber er hat von der Rundstrecke zur Rallye gewechselt – auch damit seine Freundin auf dem Beifahrersitz sitzen kann. Also steht eins der ersten Gruppe I Fahrzeuge wieder zum Verkauf.

Gruppe II – Sebastian Wallner
Sebastian hat sich entschieden wieder in die Gruppe I zu wechseln und so steht der silberne Rennwagen, der schon eine sehr lange BCT Historie hat wieder zum Verkauf. Denn neben seinem Ursprung in der alten Gruppe I ist es das Gruppe II Meisterauto von 2009. Ein sehr gutes Beispiel wie sich ein Auto über die Jahre weiterentwickeln kann.

Gruppe II – Robert Morris
Der Schirmherr des Purple Racing Teams hat sich entschlossen seinen Purple Renner ebenfalls abzugeben. Er will sich mehr dem Team widmen welches aus James Lindridge, Gordon Scott und Gemma Morris, die nach Ihrer Baby Pause auch wieder an den Start rollen will, besteht.

 

Selbst Aufbau (lassen)
Die letzte Kategorie und auch Zeitaufwendigste ist der eigene Fahrzeugaufbau. Hier kann man nach eigenen Wünschen und vor allem Budget Vorstellungen sein Fahrzeug aufbauen. Es muss ja auch nicht immer “in die vollen gegriffen werden”, sondern das Fahrzeug kann sich sukzessive entwickeln und auch die Kosten können über einen selbst gewählten Zeitraum verteilt werden. Aber seien wir realistisch Aufbauen und vor allem Aufbauen lassen ist meist teurer als ein fertiges Auto zu kaufen – wenn es ein gutes Angebot gibt. Dafür hat man aber am Ende sein eigenes individuelles Fahrzeug, was seinen Wünschen, Ansprüchen und Vorstellungen entspricht und natürlich hat man sein Baby aufgebaut. Aber vor allem kann man seinem eigenen Budget folgend aufbauen und durch den geschickten Einsatz gebrauchter Teile und seiner Connections ein für sich das passende und optimales Ergebnis produzieren.
Aufbauen lassen ist eine weitere Option – hier sollte bei der Auswahl des entsprechenden Partners aber Sorgfalt walten gelassen werden, damit man kein “Schrecken ohne Ende” oder “Fass ohne Boden” auftut.

 

Fazit:
Es gibt viele Möglichkeiten den Weg in die BCT zu finden. Aber ich bin sicher, dass jeder Unterschiedlich ist und den eigenen Bedürfnissen entsprechen wird und auch muss. Als aller erstes steht aber das Interesse im Vordergrund und für den für den die Materie Motorsport gänzlich neu ist sollte die Kontaktaufnahme zu Aktiven an erster Stelle stehen. Auch das Besuchen einer Veranstaltung ist unerlässlich um das Rennflair und Miteinander in der BCT kennenzulernen und zu erleben um dann auch die verschiedenen Optionen für sich selbst abzuschätzen.

Bei Fragen und Kontaktaufnahme benutzt gerne das Kontaktformular auf dieser Webseite.

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